History

Die Legende von Hannytag

 

Im April 1945 zu Kriegsende, kam die US- Armee in ein kleines Dorf im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Da ein schwerer LKW defekt war, suchte man die Dorfschmiede auf und holte den Schmied aus dem Keller, wo er sich zum Schutz aufhielt.

Der Schmied sollte den LKW, der mit allerlei Kriegswaren beladen war umgehend reparieren.

Nach einer eingehenden Untersuchung des Schadens meinte der Schmied dann, das eine Reparatur einige Tage in Anspruch nehmen würde. Da die US-Truppen eilig den deutschen Truppen den Weg

über die Elbe abschneiden wollten, wurde die LKW-Ladung auf andere Fahrzeuge umgeladen, wobei aber neben dem beschädigten LKW auch Teile der Ladung in der Schmiede verblieben.

3 Tage nach den Amerikanern besetzten britische Truppen den besagten Ort und berichteten dem Schmied, das die US-Truppen Richtung Schwerin marschieren und wohl nicht mehr zurückkommen. Somit blieb das Schicksal des LKW und des Ladungsrestes vorläufig ungewiß.

Der Schmied nutzte die Gunst der Stunde und versteckte die Ladungsreste. Der LKW wurde demontiert und die Teile im Dorf verteilt, er stand bis 1950 als Schrott auf dem Schmiedehof,

wurde 1950 (als die Siegermächte abgerückt waren) wieder aufgebaut und bis ende der 70er noch benutzt (Anfangs sogar zum pflügen der Felder). Auch die verbliebenen Ladungsreste wurden einer sinnvollen Verwendung zugeführt.

Leider verstarb der Schmied Anfang der 80. Jahre, die Schmiede wurde ausgeräumt. Die Schmiedewerkzeuge, Hufeisenrohlinge und die Maschinen wurden in einer benachbarten Scheune eingelagert und gerieten in Vergessenheit.

Im August 1999 wurde die Scheune vom Blitz getroffen und brannte fast komplett nieder Bei den folgenden Aufräumungsarbeiten kam ein Dogtag-Embosser ans Tageslicht. Eine urige, fast 200 kg schwere Beschriftungsmaschine für Erkennungsmarken, die damals zu den Ladungsresten gehörte.

Der Sinn der Maschine wurde aber erst klar, als auf meine Frage: Was ist das denn für ein Monster?
Der Nachbar sagte: Damit kann man prima Typenschilder prägen.

Das Internet machte es möglich: Nachdem ich die Geschichte der Maschine kannte wurde ich neugierig. Nach einer ordentlichen Reinigung der Maschine stand dann fest: Dieses Urgetüm hat noch nicht ausgedient.

Durch intensive Suche im Internet kam ich sogar noch an used Parts und eine Service Manual heran und nach nur 5 Monaten lief sie (und wie). Das Urvieh wurde feierlich unter die Treppe auf dem Flur gestellt und nach einigen Bierchen wurde, der Schalter auf ON gestellt.

Herrlich, aber zu laut, viel zu laut! Eine Scheidung wollte ich nicht riskieren und habe die Maschine ausgelagert, an einen sicheren Ort und Abends, nach Feierabend und am Wochenende mache ich dann DEINE Marken.